Ein Moment für den Ex

Ich war über die Ostertage in der Schweiz zum Skifahren. In meinem Lieblingsort, an den ich jedes Jahr fahre. Ich fuhr mit einer Mitpatientin aus der Klinik und einer Reisegruppe.

Es waren auch einige deutlich jüngere “Kids” dabei. Zwei hatten sich wohl während der Reise verliebt und schmachteten sich die ganze Zeit ganz ekelhaft an. Als wir in unserer neu gewonnenen Clique auf dem Parkplatz auf dem Bus warteten, schaute einer der Jungs die beiden Verliebten an und sagte: “Das gibt es in unserem Alter nicht mehr.” Und ich sagte ganz selbstbewusst: “Doch, das gibt es. Und dann zerbricht es wieder.”

Und dann traf es mich. Tiefe Trauer. Der Gedanke an meinen Exfreund und wie sehr ich ihn immernoch vermisse. Nach fast 6 Monaten Trennung – so lange wie wir auch zusammen waren. Und es tut immernoch weh. Es tut so verdammt weh. Und auch wir waren anfangs so verdammt ekelhaft verliebt, dass sich das niemand lange angucken konnte. Zum Tanz in den Mai letztes Jahr tanzten wir in meinem Lieblingsclub und er hob mich mit beiden Armen hoch (wie bei König der Löwen) und küsste mich und wir guckten uns verliebt an. Ein fremder Typ kam auf uns zu und sagte, wir seien so süß, wir müssen für immer zusammen bleiben. Und noch heute wünschte ich, dass wir es wären. Dass er nicht gegangen, sondern an meiner Seite geblieben wäre.

Wenn die Tränen kommen, muss ich jede Gelegenheit nutzen. Ich seilte mich für 10 Minuten ab. Aber auf der Straße hemmungslos zu weinen ist nicht so ganz mein Ding. Und dann hörte es ganz schnell wieder auf.

Ich habe Angst, dass ich das nie wieder fühlen werde. Dass ich entweder alleine bleiben werde oder mich mit halbgaren Gefühlen zufrieden geben muss. Ich möchte weder das eine, noch das andere.

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